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14.05.2021 | Elsa Asenijeff - Under The Influence | 20:00 Uhr | Live-Stream | Tickets
15.05.2021 | Elsa Asenijeff - Under The Influence | 20:00 Uhr | Live-Stream | Tickets

09.04.2021

Elsa Asenijeff - Under The Influence


Schauspiel: Verena Noll
Ausstattung & Performance: Martha Binder
Dramaturgie: Christoph Awe
Regie: Christian Hanisch


Die Leipziger Künstlerin Elsa Asenijeff stand und steht im Schatten ihres langjährigen Lebensgefährten Max Klinger. Das wird der Schriftstellerin und Feministin nicht gerecht. Ihrer Stimme soll Gehör verschafft werden. Die Bühne soll ihren Werken gehören.

Ausgehend von Asenijeffs Werk “Tagebuchblätter einer Emanzipierten”, ihren Gedichten und dem Briefwechsel mit Max Klinger, werden an diesem Abend die Widersprüche dargestellt, in denen sie gefangen war. Auf der einen Seite eine leidenschaftliche, emanzipierte Frau, die auf Konventionen im Alltag keine Rücksicht nahm, auf der anderen Seite Asenijeff und ihre Rolle als Partnerin Klingers und Muse in völliger Abhängigkeit des bekannten Künstlers.

In dieser Inszenierung, im 80. Todesjahr Asenijeffs, treffen Schauspiel und Bildende Kunst direkt aufeinander. Die Schauspielerin Verena Noll wird auf der Bühne von der Bildenden Künstlerin Martha Binder porträtiert, während sie die Texte Asenijeffs spricht. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Biographie und Fiktion.

Hier könnt ihr unser Projekt unterstützen: startnext.com/elsa-asenijeff

Foto: Mathias Schäfer



Mit freundlicher Unterstützung von:



28.01.2021

196ff - Dokumentation rechter Tötungen in Deutschland seit 1990

Performance: Ricardo Endt, Johannes Gabriel, Gwen Kyrg, Marco Runge, Victoria Weber
Konzeption/ Regie: Ricardo Endt, Christian Hanisch
Video-/Audio: Franz Hauptvogel


Als sich Ende 2011 der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) selbst enttarnte, ging ein Schock durch Deutschland. Wie konnte eine rechtsextreme Terrorzelle – getragen von einem Netzwerk, darunter auch V-Leute des Verfassungsschutzes – über 20 Jahre unbemerkt  morden? Wie konnte sie Sprengstoffanschläge verüben und Raubüberfälle begehen, ohne dass die Behörden die Zusammenhänge erfassten und handelten?

Im Zuge des Prozesses gegen den NSU, sowie der Ermittlungen der acht parlamentarischen Ausschüsse zu den Hintergründen, stellten sich auch die Fragen, wie „Politisch motivierte Kriminalität – Rechts“ (PMK-R), besser zu erkennen sei und welche Kriterien dafür maßgeblich sind. Auf Geheiß des Bundesinnenministeriums (BMI) überprüften das BKA und alle Landeskriminalämter über 3.300 unaufgeklärte, versuchte und vollendete Tötungsdelikte auf ein rechtsextremes Tatmotiv.

Die ZEIT und der TAGESSPIEGEL veröffentlichten Ende 2018 eine weitaus umfangreichere Liste der Opfer von PMK-R. Die Amadeu Antonio Stiftung war Teil eines unabhängigen Expertenkreises zur Aufarbeitung möglicher rechtsextremer Mordfälle in Brandenburg. Seit dem schreibt sie die Liste kontinuierlich fort. Stand August 2019 (Arbeitsbeginn am Projekt): 196 Opfer von PMK-Rechts. Im Februar 2020 zählt die Liste bereits 208 Menschen.

2009 gab die Bundesregierung 46 Todesopfer rechtsextremer Gewalt seit der Wiedervereinigung an. 2015 und zuletzt im Juni 2018 wurde diese Zahl auf 83 nach oben korrigiert. Dies ist bis heute die offizielle und amtliche Angabe in diesem Zusammenhang.

Die Installation besteht aus einem leeren, abgehangenen Raum, in dem 4 lebensgroße Puppen verteilt stehen. Das Publikum kann sich im Raum bewegen und die Puppen betrachten. Den Puppen wird mittels Projektion das Gesicht jeweils einer Performerin oder eines Performers zugewiesen. Letztere sitzen außerhalb des Raums an einem Tisch. Vor ihnen liegen die 196 Berichte und Kurzprotokolle. Sie lesen jeweils einen Teil der Berichte. Die Namen der Opfer und die Umstände der Tat werden geschildert, sachlich, deutlich und unerbittlich. Eine Zumutung, der sich auszusetzen, gerade in Anbetracht der aktuellen politischen Situation, absolut notwendig erscheint.

Die Lecture Performance dauert ungefähr zwei Stunden. Durch die installative Form des Projektes wird die schiere Anzahl der vorgetragenen teils sehr grausamen, rechtsmotivierten Morde erst in ihrem ganzen Ausmaß spürbar. Die Taten erhalten durch die Unbewegtheit der Puppen eine Dichte, die schwer erträglich ist. Die Medienberichte rechtsmotiverter Gewalttaten sind uns allen bekannt, erscheinen uns aber zwischen den anderen Nachrichten wie Randnotizen. Durch die Präsentation aller Berichte gewinnen diese “Randnotizen” eine Wucht, die nachdenklich, betroffen und wütend macht. Der leere Raum und die flüsternden Stimmen bieten aber auch Möglichkeiten der Kontemplation und Reflexion.

Foto: Sebastian Schimmel
Foto: Sebastian Schimmel

 

 

28.06.2019

Der Glöckner von Notre-Dame (nach dem Roman von Victor Hugo)

DAS ÜZ und WERK 2 präsentieren:


Ein fesselndes Sommertheaterstück auf der Open-Air-Bühne des WERK 2 nach dem weltberühmten Romanklassiker von Victor Hugo.

Mit Sarah Arndtz, Thomas Deubel, Johannes Gabriel und Fabian Reichenbach
Regie: Elisa Jentsch & Christian Hanisch
Akkordeon & Musik: Gabriel Jagieniak
Regieassistenz: Jakob Seidel

Notre-Dame de Paris, so der Name von Hugos großem Roman, erzählt die Geschichte von Außenseitern, die wir durch das Paris des 15. Jahrhunderts begleiten. Da haben wir etwa den missgestalteten Glöckner Quasimodo, der unter der Obhut des Erzdiakons Claude Frollo in der Kathedrale Notre-Dame de Paris lebt. Vom Volk verlacht und verachtet fristet er ein zurückgezogenes Leben in den Gemäuern der Kathedrale. Außerdem lernen wir den erfolglosen Dichter und Philosophen Pierre Gringoire kennen, der beinahe vom Bettlerkönig Clopin Trouillefou hingerichtet wird. Und da ist noch die schöne Esmeralda, die aus zwielichtigen Verhältnissen stammt und als tanzende „Zigeunerin“ immer wieder den Hass des Volkes auf alles Fremde zu spüren bekommt. Sie rettet Gringoire vor dem Tod und verliebt sich in den aufgeblasenen Hauptmann Phöbus. Esmeralda selbst hat, ohne es zu ahnen, in Frollo, dem Ziehvater Quasimodos, einen Verehrer, der aus unerfüllter Liebe und seinem Selbsthass langsam dem Wahnsinn verfällt und als düsterer Gespenstermönch durch Paris streift und deren abergläubische Menschen in Angst und Schrecken versetzt.

In dem Stück stehen die ausgelassenen und lustigen Szenen des feiernden Pariser Volkes der spannenden und dramatischen Handlung gegenüber. Der Liebe, dem Tod und dem Narrenfest begegnet man hier an jeder Ecke.

Foto: Mathias Schäfer

Tickets gibt es hier.

12.06.2018

Pygmalion (von George B. Shaw)

DAS ÜZ und WERK 2 präsentieren:

Ein hoch amüsantes Theaterstück auf unserer Open-Air-Bühne - Premiere!

(Mit Susanne Bolf, Jennifer Demmel, Christian Strobl und Thomas Deubel | Regie: Elisa Jentsch & Christian Hanisch | Regieassistenz, Arrangement & musikalische Leitung: Lisa Schulze)

Henry Higgins und Oberst Pickering, beide Mitglieder der High Society, treffen an einem verregneten Londoner Abend auf die arme Blumenverkäuferin Eliza Doolittle. Higgins wettet mit Pickering, dass er in drei Monaten aus Eliza eine Herzogin machen kann, indem er sie unterrichtet, ihr feines Benehmen und vornehmes Sprechen beibringt. Allerdings behandelt er sie dabei selbst wenig vornehm. Während Eliza Fortschritte macht, wird ihr klar, dass sie für die beiden Herren nur ein Versuchsobjekt und Spielzeug ist, welches irgendwann wieder zurück auf die Straße geworfen wird. Sie beschließt, sich das nicht gefallen zu lassen und findet in Henrys Mutter eine Verbündete.

Foto: Mathias Schäfer

Pygmalion, der Klassiker von George Bernard Shaw, wurde auf vielen Theaterbühnen und Kinosälen gezeigt. Das bekannte Musical „My Fair Lady“ ist die wohl berühmteste Adaption des Stücks. Im Sommertheater des WERK 2 zeigt DAS ÜZ in diesem Jahr eine besondere Version als pointiert intelligente Komödie um Schein und Sein der gesellschaftlichen Elite.

Mit viel Wortwitz und Geschwindigkeit hinterfragt die Inszenierung den Sinn von Konventionen und Ritualen in einer Welt, in der die Grenze zwischen gutem Benehmen und Lächerlichkeit hauchdünn ist.
Tickets gibt es hier.

20.03.2018

I would prefer not to

Eine Wall Street-Story | nach der Erzählung „Bartleby der Schreiber“ von Herman Melville
Eine Koproduktion von DAS ÜZ und Cammerspiele Leipzig

Ich sehe seine Gestalt noch heute vor mir –
ausdruckslos sauber, erbarmungswürdig
achtbar, hoffnungslos einsam. Es war Bartleby.
Herman Melville, Bartleby

(Regie: Christian Hanisch | Dramaturgie: Christoph Awe | Schauspieler: Thomas Deubel)

Ein seltsamer junger Mann namens Bartleby wird in einer New Yorker Anwaltskanzlei als Kopist eingestellt. Er bekommt einen Arbeitsplatz am Fenster. Wenn er hinausschaut, sieht er eine nackte Häuserwand. Seine Kollegen werden Ingwer-Keks, Truthahn und Kneifer genannt. Willkommen an der Wall Street!

Foto: Mathias Schäfer
Ohne besonderen Grund beschließt Bartleby eines schönen Tages seine Arbeit einzustellen. Zum Ärger seiner Kollegen und seines Vorgesetzten denkt er aber nicht daran, seinen Arbeitsplatz zu verlassen oder zu kündigen. Stattdessen sitzt er untätig an seinem Schreibtisch und beobachtet den Putz an der Wand. Jeder Kommunikations- versuch von Seiten seiner Kollegen endet mit einem höflichen, aber bestimmten: „I would prefer not to.“

Verweigerung, Subversion und Depression das sind die Spannungsfelder zwischen denen sich Bartleby in der neuen Koproduktion von DAS ÜZ und den Cammerspielen (Regie: Christian Hanisch) bewegt. Der Leipziger Schauspieler Thomas Deubel übernimmt dabei u. a. die Rolle von Bartlebys Vorgesetzten, der uns dessen absurd witzige und unverschämt traurige Geschichte erzählt.

Tickets hier

25.05.2017

Aus dem Leben eines Taugenichts

On The Road Vol. 2

Theaterkonzert und Live-Hörspiel beim Feinkost Sommertheater 2017

(Spiel/Musik: Alexander Fabisch, Johannes Gabriel und Elisa Jentsch | Regie: Christian Hanisch, Elisa Jentsch | Pressefoto: Mathias Schäfer)

Der faule Sohn eines Müllers verlässt die Mühle seines Vaters und macht sich als Landstreicher mit der Geige im Gepäck auf den Weg nach Italien. Dieser Taugenichts genannte Tramp der deutschen Romantik begegnet auf seiner Reise, die ihn über Wien bis nach Rom führt, der allerschönsten Frau, seiner großen Liebe, drei Prager Studenten, die sich ihren Lebensunterhalt als Blaskappellchen verdienen sowie den vermeintlich berühmten Malern Leonardo und Guido. „On the road“ hat der Taugenichts auch immer ein munteres Liedchen auf den Lippen, das er, von der eigenen Fidel begleitet, zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit anstimmt.

Foto: Mathias Schäfer

DAS ÜZ begibt sich nach ihrem musikalischen Ausflug ins Amerika des frühen 20. Jahrhunderts nun auf die Spuren von Landstreichern, Adeligen, Räubern und Reitern über die Landstraßen der deutschen und italienischen Romantik. Live-Hörspiel, Schauspiel, Performance, Musik und Lesung lassen Eichendorffs Novelle als Theaterkonzert auf der Bühne lebendig werden. Folksongs von Franz Schubert und Hugo Wolf, schmissig interpretiert von Elisa Jentsch, Alexander Fabisch und Johannes Gabriel, runden die Geschichten ab und wecken die Lust singend und tanzend und natürlich zu Fuß durch die Welt zu streifen!